Heinrich Böll

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Europaplatz Herne

Städtebauliche Planungswerkstatt, 2015

Arbeitsgemeinschaft mit Planergruppe Oberhausen GmbH

Der Europaplatz weist in seiner heutigen Orientierung sowohl städtebauliche und funktionale als auch gestalterische Mängel auf. Seine Raumkanten sind schlecht ablesbar. Die Nutzungen verschiedener Teilräume sind unklar.
Die Leitidee unseres Entwurfes basiert auf einer Re-Interpretation des Raumes im Sinne eines Stadttores für die Innenstadt von Herne. Mit diesem Ansatz werden die vorhandenen Stärken des Platzes für die notwendige Aufwertung genutzt. Aufgrund der Lage und der Anbindung des Platzes wird er in der Zone zwischen Kirche und Museum stark in Nord-Süd Richtung frequentiert. Mit dem Westfälischen Archäologiemuseum und der Kirchengemeinde besetzen zwei zugkräftige Adressen diesen prägenden Auftakt zur Innenstadt. Sowohl die im Rasenspiegel liegenden Kuben des Museums, als auch der durch Kirche und CVJM-Haus gebildete Kirchenhof sind ablesbare, funktionierende Teilräume.
Der Raum zwischen Museumspark und Kirche bildet in der historischen Wegebeziehung zur Innenstadt den Auftakt. Neu gepflanzte Bäume auf der linken und der ausgedünnte und ergänzte Bestand auf der rechten Seite unterstützen die Raumbildung des Stadttores beidseitig. Leuchtenstelen aus der Leuchtenfamilie der Fußgängerzone betonen die Nord-Süd-Verbindung. Der Bedeutung des Ortes angemessen, schlagen wir einen Pflasterbelag aus Grauwackekleinpflaster vor, das im Bereich der Laufzonen gesägt und geschliffen ist und so die Barrierefreiheit gewährleistet.
Wir schlagen die Einfriedung der Freiräume zwischen den Einzelgebäuden des Museums vor. Aus dem Museumspark wird so ein Museumsgarten innerhalb des Museumsparks. Das gestalterische Konzept der in eine Rasenfläche komponierten Backsteinkuben bleibt davon unberührt. Die zwischen den Kuben eingefügten Einfriedungen folgen der hochwertigen Detaillierung der Museumsbauten in Formensprache und Materialität, so dass sie als Teil der Architektur wirken.
Durch diesen Eingriff werden zum einen die problematischen, weil schlecht einsehbaren öffentlichen Räume zwischen den Gebäuden zu einem für das Museum intensiv nutzbaren Außenbereich transformiert. Zum anderen verbessert sich dadurch die heute bemängelte Auffindbarkeit des Museumseingangs.

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